Tod eines Surfers

 

tod eines surfers Ein junger Surfer wird in der gemieteten Ferienwohnung im Hof eines Weinbauern, tot aufgefunden. Es sieht wie ein Unfall aus, doch Oberst Luise Pimpernell hat eine ihrer berüchtigten Intuitionen, die sie den Fall genauer überprüfen lässt.

Der attraktive junge Mann war allerdings kein angenehmer Zeitgenosse.
Weibergeschichten, Übergriffe unter Alkoholeinfluss und sogar Erpressungsversuche waren Bestandteil seines Lebens.

Die kauzige Ermittlerin schlüpft durch die Risse der vordergründig so glatten Oberfläche ihres beschaulichen Heimatortes Schilfern am See, um den „Tod eines Surfers“ aufzuklären.

pimpernell

 

Die Leiche war nackt. Und der Gedanke drängte sich auf, dass der Tote vor seinem Ableben Geschlechtsverkehr hatte. Es lag einfach in der Luft. Der Ort, die Situation, der Duft, alles wies darauf hin.
Oberst Dr. Luise Pimpernell schnüffelte, zog die Stirne kraus und ihre Augen schlossen sich zur Hälfte, nachdem sie zu dem Leichnam getreten war und ihren Blick auf ihn richtete. Dann schnalzte sie leise mit der Zunge.
Ein leckeres Kerlchen. Ja, das hätte sie unter anderen Umständen wohl sicher gesagt.
Der Duft allerdings, musste die Ermittlerin kurz darauf feststellen, stieg von dem über den Körper gebeugten Amtsarzt auf. Wie immer hatte Doktor Mehlerer, selbst zu dieser frühen Morgenstunde, intensiv Moschus aufgetragen. Wie seine Patienten das aushielten, fragte sich Luise jedes Mal, wenn sie mit ihm zusammentraf. Doch selbstverständlich war dies hier nun nicht Thema. Wie auch nicht das propere Aussehen des leblosen jungen Mannes.
»Doktor, was können Sie zur Todesursache sagen?«, fragte sie, anstatt ihren Gedanken über die beiden Männer freien Lauf zu lassen.
Der Mediziner hob den Kopf und sah sie griesgrämig an.
»Nix, Pimpernell, nix, derweil.«
»Reden Sie keinen Unsinn, irgendetwas müssen sogar Sie erkennen.«
Er beugte sich wieder über die Leiche, die schräg vor dem Bett auf dem Boden lag.
»Wahrscheinlich Genickbruch«, murmelte er. Er zuckte mit den Schultern und deutete mit dem Kopf auf das zerwühlte Bett.
»Sieht aus wie ein Unfall. Aber …«
»Was aber?«, herrschte ihn die Kommissarin an, als er nicht weitersprach.
»Er scheint einen schweren Schlag in die Weichteile bekommen zu haben.«
Luise beugte sich zum Unterleib des jungen Mannes. Sein Gemächt war von einem dichten, dunklen Haarbüschel umrahmt, aber dennoch sah sie, dass die Haut darunter dünkler schimmerte. Auch die Hoden erschienen ihr von einer ungewöhnlichen bläulichen Tönung.
»Wie lange ist er tot?«, fragte sie.
Mit genervtem Gesichtsausdruck hob Doktor Mehlerer den Kopf.
Luise schnitt ihm eine Grimasse und er antwortete:
»Noch nicht allzu lange. Nicht länger als drei Stunden würde ich sagen. Eher kürzer. Genauer gehts jetzt nicht.«
Die Chefermittlerin drehte sich um.
»Wer hat die Leiche gefunden?«
Als sie keine Antwort erhielt, erhob sie ihre Stimme und ließ einen markerschütternden Schrei los.
»Grümpl!«
In der nächsten Sekunde wieselte ein graues Männchen um die Ecke.
»Luise?«, dröhnte es mit tiefem Bass, den niemand in diesem winzigen Wesen vermutet hätte.
»Wer hat die Leiche gefunden?«, fragte sie noch einmal.
»Der Lois.«
»Wo ist er?«
»Vorne in der Küche.«
Mit langen Schritten und wehenden Röcken verließ die Pimpernell das Zimmer.
»Nichts verändern!«, bellte sie noch zurück.
Durch die Hofgasse der ehemaligen Halbwirtschaft eilte sie in den vorderen Teil des Streckhofes, in welchem der Eingang zum Wohnbereich des Weinbauern lag.
Lois und Margret Ludwieg saßen an dem großen Ecktisch in ihrer Wohnküche. Der Mann schüttelte permanent den Kopf wie die Wackeldackel, die so manch Einer an seiner Heckscheibe sitzen hatte. Margret knüllte ein Taschentuch in ihren Händen, das sie immer wieder an ihre rotverweinten Augen führte. Sie trug einen gelb-weiß-gestreiften Bademantel.
Als Luise eintrat, sprang sie sofort auf.
»Willst du was? Einen Kaffee, oder …?«, stieß sie heraus.
»Oh ja, ein Kaffee wär nicht schlecht«, seufzte die Kommissarin. Man hatte sie um halb drei Uhr morgens aus dem Bett geholt und ihr die Leiche des jungen Mannes auf nüchternen Magen serviert.
»Das war wohl euer Feriengast? Wie hieß er?«, wandte sie sich an den Lois, derweil dessen Frau mit zitternden Händen an der Kaffeemaschine hantierte.
»Ja, der Clemens. Clemens Holzbauer. Er kommt jedes Jahr.«
»Schon ein paar Jahre, gell. Ich kenn den vom Sehen.«
»Das dritte Jahr. Er kommt immer zum Surf-Opening in Podersorf und mietet die Wohnung bis Ende September.«
»Musste er nicht arbeiten? Was sind das für Jobs, wo man fünf Monate Urlaub machen kann?«
»Er kommt meistens am Donnerstag Abend und fährt Montag in der Früh wieder nach Wien zurück. Aber wir haben mit ihm einen Preis für die Saison ausgemacht. Und das wars ihm Wert. Er hat seine Surfsachen alle hier gelagert und auch sonst …«
Scheppernd stellte Margret das Kaffehäferl vor Luise hin.
Dann setzte sie sich wieder auf die Eckbank. Ganz aufrecht saß sie da und nestelte weiter an ihrem Taschentuch herum.
»Hast ein bissl Zucker für mich?«, bat Luise.
Wieder sprang die Frau hektisch auf und lief zum Küchenkastl.
»Entschuldige bitte!«, nuschelte sie und es sprangen ihr Tränen in die Augen.
»Das nimmt dich ganz schön her«, konstatierte die Pimpernell.
»Wir kennen ihn schon so lange«, schluchzte die Bäuerin. »So ein junger Mensch …«
»Na, soviel jünger als du war er auch nicht, oder? Wie alt war er denn?«
Irritiert wackelte Frau Ludwieg mit dem Kopf.
»Aber …«, sie verstummte und kam mit der Zuckerdose in der zitternden Hand zurück zum Tisch.
»Na, ihr müsst doch einen Meldezettel ausfüllen. Da müsst ihr doch wissen, wie alt er war.«
»Ich glaub, dreiunddreißig, aber ich müsste nachschauen«, nahm der Ehemann seiner Frau die Antwort ab.
»Also was ist passiert?«, wandte sich die Kommissarin wieder an ihn.
»Ich war im Jagdverein. Und als ich nach Hause kam, sah ich, dass noch Licht beim Clemens brannte und die Tür offen stand. Ich dachte, ich schau noch einen Sprung bei ihm vorbei. Wir haben ja öfter mal ein Glasl miteinander getrunken.«
»Wie spät war es da?«
»Ungefähr halb zwei, tät ich sagen.«
»So lang warts ihr im Wirtshaus?«
»Ja, das dauert immer so lang. Ein paar sind sogar noch geblieben.«
»Und was war dann?«
»Nix. Der lag da vor seinem Bett und rührte sich nicht. Dann hab ich die Polizei angerufen.«
»Bist hineingegangen?«
»Ja natürlich. Ich hab gschaut, ob er noch lebt.«
»Hast ihn angegriffen auch?«
»Nein, ich hab gleich gesehen, dass er tot ist.«
»Sonst hast auch nichts angerührt?«
»Nein, ich bin nach vorn gelaufen und hab meine Frau aufgeweckt.«
»Du hast also geschlafen und nix bemerkt, Margret?«
»Ja … oh … nein.« Die Angesprochene begann noch stärker zu zittern. Wieder traten ihr die Tränen in die Augen.
»Wer war noch im Haus?«
»Die Kinder. Und meine Mutter«, nahm der Lois seiner Frau erneut die Antwort kurzerhand ab.
»Wo sind sie?«
»Die schlafen.«
»Alle? Die Mutter auch?«
»Ja, du kennst ja die Mama. Außerdem nimmt sie ein Schlafpulver. Und um unsere Kinder aufzuwecken, da muss es schon anders hergehen.«
»Wisst ihr, ob jemand bei ihm war heute Abend?«
»Gesehen habe ich niemanden. Aber irgendwie hats so ausgeschaut, oder?«
»Hat er eine Freundin, die manchmal mitkam?«
»Voriges Jahr hat er keine gehabt. Und diesmal ist er ja erst eine Woche da und da war auch niemand.«
»Schleppte er Mädels ab?«
»Noja, Kind von Traurigkeit war er keines. Und beim Opening, da kanns schon ganz schön zugehen.«
»Also hat er hin und wieder wen mitgebracht. Auch One-night-stands?«
»Ich glaub schon.«
Luise Pimpernell trank ihren Kaffee aus und stand auf.
»Was ist jetzt?«, fragte der Bauer.
»Ja, was soll sein? Wir nehmen ihn mit, schicken ihn nach Wien in die Rechtsmedizin und versiegeln das Zimmer. In den nächsten Tagen werden wir uns noch ein bissl umschauen, ob es was Verdächtiges gibt. Aber es könnte auch ein Unfall sein.«
Lois riss die Augen auf.
»Was heißt denn das? Ihr glaubt nicht, dass es ein Unfall war?«
Margret begann stoßweise zu schluchzen.
»Keine Ahnung«, antwortete die Kommissarin. »Deshalb machen wir das ja so.«
An der Tür drehte sie sich noch einmal um.
»Kennt ihr irgendjemanden, mit dem er befreundet war?«
»Die meisten waren auch Feriengäste, die wir nur vom Sehen kannten, aber mit dem Littler Rene ist er öfter mal herumgezogen«, gab der Bauer an.
»Und du? Bist du auch manchmal mitgezogen?«
»Nein, wir haben uns nur hier das eine oder andere Mal ein bissl zusammengesetzt. Im Sommer, draußen in der Laube, oder manchmal im Keller.«
»Danke für den Kaffee. Jetzt schauts, dass ihr euch beruhigt. Ich komm morgen wieder.«
Nachdenklich ging Luise Pimpernell den Hof zurück zur Ferienwohnung. Irgendetwas nagte an ihr. Aber sie konnte den Finger nicht auf den Punkt legen.
Die mussten ganz schön viel Geld in die Hand genommen haben, um den Hof so auszubauen, dachte sie.
Die langgestreckten Gebäude der ehemaligen Halbwirtschaft, die beidseitig den schmalen Hof säumten, waren sauber und ordentlich verputzt, die Mauern viel zu gerade, als dass sie dem ursprünglichen Bauwerk entsprechen konnten. Der Boden war mit Waschbetonplatten ausgelegt, zwischen denen nicht ein Hälmchen Unkraut zu sehen war. Kübelpflanzen und Blumenkästen schufen ein nahezu mediterran anmutendes Erscheinungsbild.
Auf der rechten Seite lag der Wohnbereich der Familie. Hier war, wie fast überall bei diesen alten Höfen, im vorderen Teil aufgestockt worden.
Auf der linken Seite hatten sie direkt nach der Einfahrt ein paar Räume abgerissen und auf diese Weise einen kleinen Gartenbereich schaffen können. Unmittelbar daran grenzte eine überdachte Laube mit einem großen Holztisch und den dazugehörigen Bänken und Sesseln. Das Laubengerüst war dicht bewachsen. Noch blühten die Rosen nicht, aber es musste im Sommer wirklich sehr schön aussehen hier.
Im Anschluss daran duckte sich ein niedriges Gebäude an die Feuermauer des Nachbarhauses, die von einem Kletterwerk mit wildem Wein überwuchert war und die gesamte linke Seite abschloss.
Sämtliche Türen und Fenster gingen zum Hof.
Am Ende der Liegenschaft bildete ein wieder über die gesamte Breite gehendes Wirtschaftsgebäude den Abschluss des auf diese Weise in sich geschlossenen Anwesens. Dort waren früher die Ställe gewesen. Heute dienten sie meistens als Garagen für Autos und Arbeitsmaschinen.
Die Tore an dieser Rückseite führten in Gassen, die „Hintaus“ genannt wurden. Auf der gegenüberliegenden Seite lagen die Wirtschaftsgebäude der Höfe, die seitenverkehrt angelegt waren und vorderseitig wieder in eine Adresse gebende Straße mit Blumenrabatten und Bäumen mündeten.
Hintaus gab es keine Namen für die Gassen, keine Gehsteige, oft nicht einmal Asphaltfahrbahnen und keine Straßenbeleuchtung.
Dieser Teil von Schilfern am See war der älteste Teil des Ortes, der allerdings den Namen Neuhaus trug. Er umfasste fünf solcher Gassenensembles, die aufsteigend von der Hauptstraße ausgehend angelegt waren. Die letzte Hintauszeile grenzte an den Weinberg, der seinerseits auf die Parndorfer Platte führte, das weitläufige ebene Weinbaugebiet, mit den für diesen Bereich bereits typisch gewordenen Windenergierädern.
Hier hatten die Familien, die seit Generationen im Ort ansässig waren, ihre Höfe.
Die neuen Siedler der in den letzten Jahren auf zweitausend Seelen angewachsenen Gemeinde bauten in anderen Gebieten des Ortes moderne Einfamilienhäuser, am liebsten näher zum See hin. Auch die Ortsjugend zog Neubauten vor. Viele lebten übergangsweise in Wohnungen der Genossenschaften, bevor sie sich an den eigenen Hausbau machten. Die alten Häuser waren ihnen für die Bewohnung zu umständlich und die Restaurierung oft kostenintensiver als der Bau eines neuen Hauses.
Die Ludwiegs, die nicht nur diesen alten Hof von Lois‘ Eltern übernommen hatten, sondern auch den Weinbaubetrieb weiter führten, hatten also hier viel Geld investiert und wollten, wie die meisten, die diesen Weg eingeschlagen hatten, mit einer Ferienwohnung ein paar Euro ihrer Kosten abmindern.
Vor der offenen Tür der Gästewohnung wartete Kriminalabteilungsinspektor Roman Grümpl mit zwei uniformierten Kollegen. Als ihre Vorgesetzte näher kam, schnitt er den beiden sichtbar das Wort ab.
Der junge Uniformierte, der Luise noch nicht gekannt hatte, war mit dem Erscheinungsbild der hochrangigen Ermittlerin in den Fünfzigern nicht zurecht gekommen und hatte sich darüber mit seinen Kollegen ausgetauscht.
Ziemlich groß, und auch einigermaßen übergewichtig, war Luise wie immer höchst eigenwillig gekleidet. Sie trug einen weiten Rock mit Gummibund, der fast bis zu den Knöcheln reichte und darunter blitzten ihre geliebten Haferlschuhe hervor, die ihrer Gangart die Bezeichnung „Dragoner“ eingebracht hatten. Ihre Weste schien selbstgestrickt (und war es auch, weil sie sich beim Stricken am besten entspannen konnte), war aber verkehrt zugeknöpft. Schräg über die Brust lief der Riemen einer alten bockigen Schweinsleder-Schultasche mit Schnappschloss, die sie auf den Rücken geschoben trug. Und das alles wurde von einem abgewetzten Jägerhut gekrönt.
»Rennt die immer so um«, hatte er verstört gefragt.
»Ja, so ähnlich«, musste Grümpl bestätigen, wobei ihm klar wurde, dass ihm das gar nicht mehr auffiel. »Und niemand hat Luise je ohne Hut gesehen.«
»Vielleicht hat sie ja keine Haare mehr, außer denen auf ihren Zähnen«¸ mutmaßte der zweite Uniformierte sarkastisch.
Der junge Kollege schaute der Frau Oberst fasziniert entgegen.
»Ist der Doktor noch da?«, rief sie, als sie noch ein paar Schritte entfernt war.
»Nein, er ist schon weg. Er meinte, er muss morgen früh raus und die Todesursache ist mit Sicherheit Genickbruch. Für alles andere wäre er eh nicht zuständig. Hier ist der Totenschein.«
»Nicht umsonst mein Lieblingsamtsarzt in dieser Gegend«, grummelte sie und zog ihr Handy aus der Jackentasche.
»Ich brauch die Spusi in Schilfern, Weinhofgasse 8«¸ bellte sie hinein. »Kleine Gruppe. Und einen Leichentransport in die Rechtsmedizin. Außerdem komme ich morgen Früh nicht ins Büro. Ich hab hier einiges vor Ort zu tun.«
»Du glaubst nicht an einen Unfall?«, fragte Roman Grümpl.
»Zumindest nicht an einen, an dem nur er beteiligt war. Allein die blauen Gogerln … Wie bitte hätte der Tote denn die Tür nach seinem Sturz aufmachen sollen? Oder glaubst du, dass der mitten in der Nacht allein pudelnackert bei offener Tür herumrennt? Noch dazu, wo es heute ja nicht wirklich warm ist.«
Grümpl seufzte. Sie hatten also einen neuen Fall. Abgesehen davon, dass dadurch sein Wochenende wohl ins Wasser fiel und in den nächsten Tagen einiges von seinen Tagesgeschäften im Wachzimmer Neusiedl liegen bleiben würde, arbeitete er allerdings nicht ungern mit der Kollegin aus dem LKA Eisenstadt zusammen. Es würde sicher spannender sein, wieder einmal jenseits von Garageneinbrüchen und Handyklauereien zu ermitteln.
Er kannte sie schon seit seiner Kindheit und wenn sie auch oft kurz angebunden war und einen schrulligen Eindruck machte, so war sie kompetent, instinktsicher und vor allem höchst loyal, was er als hohe Tugend ansah. Er stieß sich deshalb nicht an ihrer schroffen Art und hin und wieder tranken sie privat das eine oder andere Glas miteinander. Aber auch dabei hatte die Pimpernell noch nie den Hut abgenommen.
Sie zog ihre Tasche auf den Bauch und kramte ein paar Handschuhe daraus hervor. Grümpl hatte seine bereits übergestreift und wartete, bis Luise die Tasche wieder auf dem Rücken positioniert hatte, um ihr den Vortritt zu lassen.
In diesem Augenblick öffnete sich das Hoftor und mit hastigen, aber etwas unsicheren Schritten kam Bürgermeister Rudi Weisz über den Gartenweg.
»Was ist passiert?«, kam es ein wenig undeutlich aus seinem Mund.
»Was machst denn du hier mitten in der Nacht?«, begrüßte ihn die Kommissarin.
»Na, wenn was passiert, dann-n hat mich das wo-wohl zu interessieren. Was ist mit dem-m Clemens?«
»Aber wieso weißt du …?«
Dann hellte sich ihr Gesicht auf. Natürlich war der Bürgermeister auch Jäger, höchstwahrscheinlich hatte ihn der Lois angerufen, nachdem er sich ja erst vor Kurzem von seinem Kumpan getrennt hatte.
»Ich kann dir noch nichts sagen. Wie es aussieht, ist der Feriengast gegen die Bettkante gestürzt.«
»Aber wieso komm-mmt er dann in die Rechts-m-medizin?«
Nachtigall, ich hör dir trapsen, dachte Luise. Es war also wirklich Lois Ludwieg gewesen.
»Weil ich klären will, ob es wirklich ein Unfall war und wenn ja, ob einer ohne Fremdverschulden.«
»Gibt’s da-da Zweifel? Mein Gott, das würde unserem-m Ort doch e-enormen Schaden zufügen, jetzt vor der S-saion. Also da s-sollte man nix Unnötiges veranlassen-n!«
»Rudi bitte, du glaubst doch nicht wirklich, dass ich mit dir darüber diskutieren werde.«
»A-aber ich bin …«
»Ja, ja, ja, ist schon gut, du wirst schon rechtzeitig alles erfahren. Geh nach vorn, die Margret soll dir einen Kaffee machen. Du hast eine ordentliche Fahne, mein Lieber.«
»Also gemmas an«, forderte sie dann Roman Grümpl auf, ließ den Bürgermeister stehen und betrat erneut das Gästezimmer.

 

Weitere Informationen unter Luise Pimpernell ermittelt …

 

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